02.08.22 Wat Bang Phra

Das Hotel bietet kein Frühstück, ist allerdings auch kein Problem. Kurz nachdem die Sonne aufgegangen ist, muss, besser will ich los. Vor 5 Jahren war ich schon einmal im Wat Bang Phra und habe mir ein Sak Yant Tattoo stechen lassen. Den Tipp hatte ich damals von Patrick, vielen Dank nochmal dafür. Scheint diese Nacht wieder geregnet zu haben. Die Luft ist feucht, aber es ist noch nicht zu warm. Schön um diese Zeit gemütlich übers Land zu fahren. Da gibt es immer was zu sehen, die kleine Dinge sind oft die Besten. Es sind nur gut 25 km bis zum Tempel und so bin ich kurz nach 7 schon da. Bin auch gleich wieder dahin, wo ich vor 5 Jahren war. Ein junger Mann verkaufte mir das „Gebinde“ für 80 THB und führte zwar in die Richtung, aber nicht dahin, wo ich schon mal war. Erste Etage in einen kleinen Raum. Dort zeigte er mir eine Art Fotoalbum mit Sak Yant Tattoos, ich solle mir eins aussuchen. Ein Ha Teaw würde er mir empfehlen für 5000 THB. Erst mal musste ich ihm jetzt klarmachen, dass ich im öffentlichen Bereich tätowiert werden will, wo auch die Thais von nebenan ihre Sak Yant Tattoos. Ich zeigte ihm meine bisherigen Tattoos und irgendwann verstand er. Er erkannte wohl auch den Mönch, der mein „Bpet Tid“ gestochen hat, Luang Po Nern. Der wäre aber nicht mehr im Tempel, er würde jetzt im Wald leben – OK.
Wir gingen wieder in den Eingangsbereich und er fragte mich wieder, ob ich denn mit der Maschine ein Tattoo haben wolle. Will ich nicht. Ich glaube, durch meine Weigerung habe ich bei ihm einiges an Ansehen gewonnen und er gab mir zu verstehen, ich solle warten. Er ging weg und kam nach ein paar Minuten zurück. Ich solle ihm folgen und er führte mich zu einem Gebäude, hinter dem in dem wir jetzt waren. Dort warteten auch schon 6-8 Thais, aber wir gingen an ihnen vorbei, ein paar Stufen hoch in einen recht großen Raum. Da war dann außer mir keiner. Ich solle warten, in 20 Minuten würde ein Mönch kommen. Neben dem Gebinde ist es üblich noch etwas in einen Umschlag zu legen. Der Jungen Mann empfiehlt 200 THB – gerne. Ich schaute mich in der Zeit etwas um und dann kam auch schon der Mönch. Er sprach etwas mehr englisch, was die Verständigung sehr erleichterte. Meinen Namen wollte er wissen und woher ich komme. Wer denn das Tattoo aussuchen würde? Er, der Adjarn natürlich! Eine Antwort, die ihm sichtlich gefiel. Jetzt wollte er meine Tattoos sehen und dachte ein paar Minuten laut nach. Mit dem jungen Mann, der als Helfer diente. Schließlich war man sich wohl einig: was und wo.
Jetzt öffneten sich scheinbar die Tore auch für die anderen Wartenden. Die wollten aber alle nicht zu meinem Adjarn, sondern warteten auf einen Adjarn, der den Platz gegenüber einnahm. Vom Tätowieren selber konnte, durfte ich keine Bilder machen, leider auch nicht von „meinem“ Adjarn. Jedenfalls war das der gleiche Adjarn, der schon vor 5 Jahren nebenan tätowiert hat. Der ist wohl sehr bekannt, auch wenn ich ihn nicht kenne, immer noch nicht. Wie das letzte Mal wollen alle zu ihm. Bestimmt 20 Thais warteten auf ihn. Ich wurde in der Zeit schon tätowiert, traditionell mit einer Stahlspitze. Alles gut erträglich im Gegensatz zur Sitzposition. Bin ich als dicker Mitteleuropäer einfach nicht gewohnt. Da ich ja sonst nichts zu tun hatte, als in dieser unbequemen Position zu verharren, konnte ich dem Treiben gegenüber folgen. Da wird niemand nach Wünschen gefragt und er braucht mit der Maschine kaum länger als 5 Minuten für ein Tattoo. Zugegeben, er braucht keinerlei Vorlagen. Nach einer guten Stunde ist mein Tattoo fertig. Die Maschine hat in der Zeit 12-15 Personen tätowiert. Von unbequemen Sitzen sind meine Beine ganz taub und ich brauche ein paar Minuten, bis ich wieder Gefühl drin habe. Mein Adjarn hat jetzt wohl wieder frei, denn zu ihm will niemand.
Am Eingang, wo auch die Gelbe geparkt ist, treffe ich den jungen Mann wieder und bitte ihn, mir ein Foto von meinem neuen Tattoo zu machen. Macht er gerne und meint, es wäre ein Gutes. Sieht auch gut aus, muss nur noch die Bedeutung rausbekommen.

Es ist jetzt 10 Uhr und ich schaue mir mal die Tempelanlage an. Es gibt auch dicke Superhelden, hier zumindest. Hat sich einiges in den letzten Jahren verändert. Und einiges ist gleich geblieben. Nach dem Rundgang findet sich noch etwas für meine Sammlung.
Auf der Hinfahrt hatte ich Schilder für einen Floating Market gesehen. Heute steht nichts Weiteres auf dem Programm, da ich keine Ahnung hatte, wie lange ich im Tempel brauche. Deshalb ist auch das Hotel direkt in der Nähe gebucht. Denen hatte ich zwar schon geschrieben, dass ich wohl etwas früher einchecken möchte, aber jetzt ist noch zu früh. Der Floating Market scheint aber auch ins Wasser zu fallen und so fahre ich einfach was spazieren. Die Landschaft ist ja recht nett hier. An meiner Lieblingstanke wird die Gelbe vollgetankt und im 7eleven nebenan gibt es für mich ein Sandwich, hatte ja noch nichts. Neue Sorten bei Schweppes? Hier, oder besser gegenüber an der Straße gibt es dann auch endlich das Gute Reise Band für die Gelbe. Gestern wollte mir niemand eins verkaufen, lag wohl am Wetter.

Ich mache mich mal langsam auf den Weg zum Hotel und da kommt es wieder, das Wetter. Noch 14 km sind zu fahren und innerhalb von nicht mal 5 Minuten wird es dunkel, sehr dunkel und es fängt heftig an zu regnen. In der Stadt sind überall Brücken und Stellen, wo man sich unterstellen kann. Hier Fehlanzeige! Kurz unter einem Baum angehalten und die Elektronik verstaut. Ich versuche es erst gar nicht mit der Regenjacke und meine Schuhe sind noch verpackt, habe die Gummi-Latschen an. Sind sowieso Tempel tauglicher. Nass bin ich dann nach wenigen Metern und nass komme ich dann auch im Menam River Hotel an. Kann zum Glück sofort aufs Zimmer und raus aus den nassen Klamotten. Es regnet nur noch leicht und dann auch auf. Ich bleibe aber im Hotel. Habe noch was zu tun. Zum Abendessen dann ins Hotelrestaurant. Lerne mal wieder eine neue Variante von Hühnchen mit Cashewnüssen kennen. Lecker, auch wenn ich ja bekennender Soßenfreund bin. Noch ein kleiner Rundgang durch die Anlage. Die Gelbe parkt direkt am Eingang. Mein Zimmer, oben Mitte:-)

Sak Yant Tattoos – meine Meinung

Sicher nicht was für jeden, aber JEDER, der sich darauf einlässt sollte sie auch respektieren. Deshalb gehen etwas gar nicht: Ein Sak Yant Tattoo darf, für mich, ausschließlich von einem Mönch bzw. Adjarn gestochen werden. Professionelle Tätowierer bieten diese, auch als Bamboo-Tattoo, mittlerweile auch an. Geht für mich überhaupt nicht.
Ich habe mein erstes Sak Yant von einem Adjarn bei Patrick in Deutschland bekommen. War zu dieser Zeit auch OK für mich. Habe mich auch mehrfach und lange mit dem Adjarn unterhalten. Hat als Mönch gelebt und dort das Tätowieren von Adjarn Man erlernt. Mönch ist er jetzt nicht mehr. Er lebt in Thailand und reise mehrfach im Jahr nach Europa, um dort mit Sak Yant Tattoos Geld zu verdienen. Zugegeben, er macht das sehr professionell, aber eben auch sehr kommerziell. Nachdem ich mich etwas damit beschäftigt habe, ist das ein Widerspruch. Ist für mich nicht Sak Yant oder besser ein Ziel von Sak Yant. Alles nur meine ganz persönliche Meinung, aber Sak Yant gehört für mich nicht auf eine Tattoo-Convention. Sak Yant muss auch nicht überall verfügbar sein, Sak Yant verlangt auch von dem, der es erhält etwas. Nicht allerdings die Kosten für eine Reise nach Europa. Sak Yant ist für mich auch nicht, wünsch dir was, weshalb ich auch heute den Mönch habe entscheiden lassen, welches Sak Yant ich bekomme. Sak Yant sollen ja nicht nur schön, hip oder in sein. Sie sollen ja was für mich tun und da lasse ich mich gerne vom Adjarn leiten und in diesem Fall sehr gerne da wo auch der „normale“ Thai hingeht. Nur bitte gerne OHNE Maschine!

Habe fertig 😎

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