21.11.20 Steine

Grundsätzlich stellt sich dann ja immer die Frage warum?. Da habe sich so meine eigene Theorie. Das viele Bewohner dieses schönen Landes sich für etwas ganz besonderes halten, wird jedem, der es mehrfach bereist hat, schnell klar. Eine gewisse Obrigkeitshörigkeit ist besonders auf dem Land festzustellen. Abgesehen von der momentanen Störungen, um eine bessere Demokratisierung herbeizuführen, gibt es zwei Lager im Land. Lager eins ist, und das ist vielen von der Regierung in den letzten Monaten immer wieder eingeredet worden, der Meinung alles Üble käme aus dem Ausland und ganz besonders aus dem Westen. Wirtschaftliches Verflechtungen nehmen China explizit aus. Man hat völlig verdrängt, wo der Virus entstanden ist und sich ausgebreitet hat. Chinesen machen mit Abstand den größten Anteil an Auslandstouristen aus und sind extrem wichtig, denn über 20% des Bruttoinlandsproduktes stammen eben aus dem Tourismus, der zurzeit brach liegt. Der Inlandstourismus kann das nicht auffangen. Man schätzt, dass aktuell ca. 2,5 Mio. ihre Jobs im und im Zusammenhang mit dem Tourismus verloren haben. In Pattaya zum Beispiel ist seit Beginn der Pandemie die Einwohnerzahl um ca. 300.000 geschrumpft – noch einmal in Worten: DREIHUNDERTTAUSEND!!!

Das bringt dann die zweite Gruppe auf dem Plan. Die möchten das Land wieder öffnen denn die Wirtschaft und nicht nur im Tourismus ist extrem angegriffen. Auch die wollen nicht jeden um jeden Preis in Land lassen, setzen sich aber für vernünftige Einreisekontrollen ein. Das Land und die Wirtschaft braucht den Tourismus und die Arbeitsplätze, die daran hängen. Denn in den 2,5 Mio. sind ja nur die gemeldeten Arbeitsplätze gelistet. Die Dame die abends Brezeln verkauft und ihr junger Kollege mit den Sachen, die man gar nicht braucht, werden gar nicht gezählt, ebenso wie die „Damen“, die in den Unterhaltungsbetrieben arbeiten.

Grundsätzlich gibt es also einen Personenkreis, der will die westlichen Ausländer haben und einen anderen, der will das nicht – soweit das Vorwort.

Das, dass mit dem Einreisen diesmal nicht so einfach wird, haben wir ja gewusst und beim Besuch in Frankfurt ja auch am eigenen Leib erfahren. Kommen wir mal zum eigentlichen Grund dieses Ergusses
Gestern Nachmittag rief Roland; Günter hätte eine Mail bekommen, aus Frankfurt. Er müsse noch den Versicherungsnachweis nachreichen, für das Visum. Ich sagte, ich habe noch nichts bekommen, hatte die Mails vor 15 Minuten gecheckt. Wir, Roland und ich, werden das auch nicht tun müssen, denn am Dienstag hatte ich ja bereits diese und auch andere Unterlagen an das Konsulat weitergeleitet, aber ich schau mal nach. Und ich habe auch eine Mail – egal – ich schicke die Unterlagen nochmal raus, per Anlage als Mail natürlich und melde Roland den Vollzug. 15 Minuten später wieder eine Mail vom Konsulat: Unterlagen per Mail geht nicht ausschließlich per POST!!!  Nicht aufregen, obwohl ich/wir ja eigentlich allen Grund dazu hätten. Nicht nur, dass das alleine schon eine Schikane ist, es ist auch überhaupt eine Schikane, denn dieser Versicherungsausweis wird nach eigenen Angaben vom 19.11.2020, genau dieses Konsulats, für das Visa selbst nicht benötigt – aber scheinbar doch verlangt. Verlangt wird diese Bescheinigung erst unter Punkt 2.3 nachdem man das Visum schon hat!

Jetzt darf sich jeder selbst ein Bild davon machen, wie sehr sich das Konsulat in Frankfurt bemüht, Touristen bei der Einreise zu unterstützen.
Übrigens war genau diese Information beim Konsulat Hamburg schon am 16.11.20 aktuell!

Ich habe alles Unterlagen ausgedruckt und das gleich 2 Mal, 2 Anschreiben, 2 Umschläge, 2 Briefmarken, Gewicht mehrfach geprüft und anschließend in 2 verschiedene Briefkästen versenkt – Mann weiß ja nie 🙄

16.11.20 Der Plan war gut, aber …

Früh geht es los nach Frankfurt. Roland ist bei mir. Wir haben Termin beim Thailändischen Konsulat und wollen uns unser Visum „abholen“. Alles ist gescheckt, ich bin zuversichtlich. Die Fahrt geht gut und wir sind kurz vor 09 Uhr in Frankfurt. Weiter zum Konsulat, wo wir keine 30 Minuten später eintreffen. Sind schon einige da, aber eben auch einige ohne Termin. Die werden nur drangenommen, wenn Zeit ist. Unter Termin ist vierten nach Zehn, aber wir kommen schon eine halbe Stunde früher dran. Fängt ja gut an. Drinnen müssen wir warten, bis wir aufgerufen werden. Dann geht es los. Leider aber ganz anders und nicht so wie wir uns das vorgestellt haben. Wir haben schon alle benötigten Unterlagen, aber nicht in der Form, die „dieses“ Konsulat haben möchte. Das ist umso ärgerlicher, weil man das alles nicht erahnen kann. Nirgendwo ist ein Hinweis auf diese speziellen Dinge angegeben.
Ein Beispiel:
Für dieses Visum benötigt man eine sogenannte Wohnsitzbescheinigung – also eine Bescheinigung des thailändischen Vermieters und der bestätigt, dass man auch da wohnt. Das haben wir auch vom Vermieter bekommen. Benötigt wird jetzt aber zusätzlich der Mietvertrag, sowie eine unterschriebene Kopie des Personalausweises des Vermieters. Haben wir nicht, war ja auch nicht so beschrieben.
OK, dann nahmen wir das Touristenvisum. Dafür brauchen wir weit weniger Unterlagen und die haben wir nach den neuesten Bestimmungen. Allerdings gibt es auch hier mehrere Probleme. Problem 1 – es gibt neue Bestimmungen, aber die sind in Hamburg, Berlin und München schon eingepflegt, in Frankfurt aber nicht. Die nächsten Tage – OK! Problem 2 – die Unterlagen kann man nicht einfach abgeben, wäre viel zu einfach, die MÜSSEN mit der Post zugeschickt werden; werden dann bearbeitet und wieder mit der Post verschickt. Wir sind ein wenig genervt, nützt aber nichts. Wir verlassen das Konsulat und sind gegen 11 Uhr schon wieder am Bahnhof. Roland braucht einen Kaffee, ich auch. Natürlich to Go im Sitzen in der Ankunftshalle. Corona sei Dank ist ja alles geschlossen 😥 Was nun? So war das alles nicht geplant. Rückfragen am DB Reisezentrum – Fahrkarten kann nicht geändert werden. Warten bis halb vier? Die Zeit hatten wir gebucht, weil zwischen zwei und drei Uhr hätten wir das Visum abholen können. Ich entscheide erst mal das Visum auf den Weg bringen. Da ist nicht so vorbereitet und so brauchen wir auf jeden Fall Umschläge, denn es MUSS ja per Post! In der Post am Hauptbahnhof finden wir Umschläge und einen Platz die Post vorzubereiten. Alles wird mehrfach geprüft. Ich habe mein Laptop dabei, mache ein Begleitschreiben, dass mir der nette Postmensch auch ausdrucken wird. Da das alles etwas dauert, ist er allerdings auch etwas genervt. Wir blockieren halt recht lange diese Plätze. Aber alles ist gut und es geht in die Post. Und jetzt? Ich halte Ausschau nach der Bundespolizei, mal Fragen wo man sich den als heimatloser in Frankfurt bis zur Abfahrt denn aufhalten kann. Roland sieht 2 Damen von der DB. Die können wir ja auch fragen. Die Damen sind sehr nett, einziger Anlaufpunkt wäre die Bahnhofsmission. Da könne man sich aufhalten und Kaffee gebe es auch noch, aber wir sollen doch mal den Hauptschaffner vom nächsten Zug nach Köln fragen, ob wir denn nicht doch mitgenommen werden. Das wollen wir versuchen und das klappt auch. Wir können schon um 13 Uhr unsere Rückfahrt antreten.
Noch einen Kaffee bei mir und Roland fährt der Heimat entgegen. Wir können jetzt nur warten. Unser geplanter Termin kann noch klappen. Geduld ist angesagt. Das Flugticket werden wir trotzdem in den nächsten Tagen bestellen, denn wir können es auch kostenlos ändern.